Buchweizen – ein wahrer Alleskönner

Foto: ©Eva Bronzini on Pexels

Der Name lässt eine Verwandtschaft zu einem der bekanntesten und beliebtesten Getreidearten, dem Weizen, vermuten. Jedoch ist Buchweizen kein Getreide, sondern zählt zu den sogenannten Pseudogetreiden.

Zwar wird Buchweizen ähnlich wie Getreide verwendet, zählt aber nicht, wie Weizen & Co, zu den Süßgräsern, sondern zur Familie der Knöterichgewächse. Dank seiner glutenfreien Früchte und seiner wertvollen Inhaltsstoffe, wird Buchweizen gerne im Zuge der glutenfreien Ernährung verwendet.

Fakten auf den Punkt

Das Pseudogetreide mit den asiatischen Wurzeln wird seit dem späten Mittelalter auch in Europa kultiviert und trägt seinen Namen aufgrund der bucheckerförmigen Samen und der weizenähnlichen Inhaltsstoffe. Von den unterschiedlichen Arten ist der „Echte Buchweizen“ der bekannteste. Vorteilhaft ist seine relative Anspruchslosigkeit, was den Anbau angeht. Buchweizen kann auf solchen Flächen angebaut werden, auf denen andere Getreidearten nicht wachsen können, beispielsweise auf sandigen oder feuchten Böden. Die Aussaat erfolgt, je nach Wetter, gegen Mitte Mai und die Ernte findet zwischen Mitte August und Mitte September statt. Laut Food and Agriculture Organization (FAO) wurden im Jahr 2020 weltweit 1,8 Millionen Tonnen Buchweizen geerntet.

Schmeckt wie ein Getreide, ist aber keins

Geschmacklich weist Buchweizen eine leicht bittere und sehr kräftig-herbe Note auf, weshalb er sich optimal für herzhafte, aber auch für süße Speisen eignet. Wird er geröstet, kommt eine nussige Note hinzu. Zu kaufen gibt es Buchweizen in Form von ganzen Körnern, als Flocken oder Mehl. Es empfiehlt sich, nur so viel Buchweizen zu kaufen, wie zeitnah verbraucht werden kann, und ihn lichtgeschützt zu lagern, da er relativ schnell ranzig werden kann. Wird ungeschälter Buchweizen bevorzugt, so sollte dieser gründlich gewaschen und nicht zu oft verzehrt werden, da der in der Schale enthaltene rote Farbstoff Fagopyrin bei übermäßigem Verzehr schädlich wirkt. Vor allem Kinder sollten auf die ungeschälte Variante verzichten, da der Farbstoff die Haut empfindlicher gegen Sonne werden lässt und zu Entzündungen führen kann. Bei den geschälten Körnern ist der Einsatz in der Küche bedenkenlos.

Kulinarisch hat Buchweizen einiges zu bieten und dient vor allem Menschen, die von einer Glutenunverträglichkeit betroffen sind, als schmackhafte glutenfreie Alternative zu anderen Getreidearten. Das Mehl kann für die Zubereitung von Brot, Kuchen, Pancakes oder Pfannkuchen verwendet werden. Besonders bei glutenfreiem Brot oder Kuchen ist zu beachten, dass das fehlende Klebereiweiß durch andere Bindemittel, wie z.B. Flohsamenschalen, ersetzt werden muss. Zudem ist es aufgrund des kräftigen Eigengeschmacks ratsam, Buchweizenmehl mit anderen Mehlen, wie Reis- oder Mandelmehl, zu mischen. Aber auch die ganzen Körner lassen sich vielfältig einsetzen, beispielsweise als Ersatz für Reis oder Risotto sowie geröstet als Topping auf Salaten und Suppen. Buchweizenflocken finden im Müsli Verwendung oder auch zum Binden von Frikadellen. Bekannte internationale Klassiker aus Buchweizenmehl sind die russischen Blini, die französische Galette oder die japanischen Soba-Nudeln.

Da steckt jede Menge Gutes drin

Buchweizen ist nicht nur ein wahres Allroundtalent in der Küche, er punktet auch durch seine wertvollen Inhaltsstoffe. Wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Magnesium und Kalium sind besonders für Menschen, die sich pflanzlich ernähren, ein Zugewinn. Zusätzlich überzeugt Buchweizen mit einem Gehalt von rund zehn Prozent Eiweiß, das zudem besser verwertbar ist als bei allen anderen Getreide- und Pseudogetreidearten. Buchweizen beinhaltet außerdem dreimal so viel Lysin, ein essenzieller Eiweißbaustoff, der für starke Knochen sorgt, wie in der Mehrheit der anderen Getreidesorten. Auch reichlich Vitamin E steckt im Buchweizen und trägt dazu bei, dass die Zellen vor freien Radikalen und somit vor Alterungsprozessen und Krankheiten geschützt werden. Die für glänzendes Haar und feste Fingernägel verantwortliche Kieselsäure ist ebenso reichlich in Buchweizen vorhanden. Weiterhin zu erwähnen ist, dass Buchweizen besonders wertvoll für Diabetiker ist. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass er nicht nur vorbeugend gegen Diabetes empfehlenswert ist, sondern, dass eine Buchweizendiät die Blutzuckerwerte günstig beeinflusst.

Obwohl Buchweizen hierzulande schon lange bekannt ist, geriet er aufgrund der Fülle an Alternativen wie Kartoffeln, Nudeln und verschiedener Getreidearten erst einmal in Vergessenheit. Seit gut 20 Jahren gewinnt er aber wieder an Bedeutung und das aus gutem Grund. Er bringt geschmackliche Abwechslung auf den Teller, überzeugt mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen und lässt sich in der Küche vielfältig einsetzen.

Quellen:

http://www.buchweizen-infos.de

https://www.fao.org/faostat/en/#data/QCL

https://oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/spezieller-pflanzenbau/getreide/pseudogetreide/buchweizenanbau/

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