Zwischen Gesundheit und Genuss – worauf kommt es in der Backbranche an? Wissensforum Backwaren e.V. veröffentlicht aktuellen Branchenblick
Berlin, 27. Mai 2026 – Gesundheit oder Genuss? Für die Backzutatenbranche lautet die Antwort immer klarer: beides. Der neue TrendReport des Wissensforum Backwaren e.V. gibt Einblick, welche Trends, Forschung, Entwicklung und Kommunikation die Branche derzeit prägen. Grundlage des Reports ist eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen des Wissensforums Backwaren e.V. Beteiligt waren 16 namhafte Unternehmen der Backzutatenbranche. Der vollständige Backzutaten-TrendReport 2026 – Zwischen Gesundheit und Genuss kann kostenfrei auf der Webseite des Wissensforum Backwaren e.V. heruntergeladen werden: https://wissensforum-backwaren.de/trendreport/
Der neue Backzutaten-TrendReport des Wissensforum Backwaren e.V. zeigt erneut, was die Branche derzeit umtreibt und wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen könnte. Dabei wird deutlich, dass die Pole Gesundheit und Genuss eine zentrale Rolle spielen und die angestrebte Königsdisziplin in der Verschmelzung der vermeintlichen Gegensätze liegt.
Besonders sichtbar wird die strategische Bedeutung der beiden Themen. Genuss bzw. Indulgence prägt die Innovations- und Kommunikationsarbeit der befragten Unternehmen aktuell mit durchschnittlich 6 von 7 Punkten besonders stark. Gesundheit bzw. „Better for You“ folgt mit 5 von 7 Punkten ebenfalls auf hohem Niveau. Zugleich geben rund 88 Prozent der Befragten an, dass Gesundheit und Genuss vereinbar sind und gleichzeitig optimiert werden können.
Top-Trends: High Protein und Premium
Bei den Gesundheitstrends liegt High Protein klar vorn: 75 Prozent der Befragten sehen darin den stärksten Gesundheitstrend. Es folgen Zuckerreduktion mit 44 Prozent sowie Ballaststoffanreicherung, Vollkorn und Darmgesundheit mit jeweils 31 Prozent. Im Bereich Genuss wird Premium/Handwerklichkeit mit 81 Prozent das größte Potenzial zugeschrieben. Weitere wichtige Genussthemen sind Textur, etwa Crunch oder Creaminess, mit 69 Prozent, sowie Optik (Dekore und „Instagrammability“) mit 38 Prozent.
Snacking bleibt Wachstumsfeld
Einen eigenen Abschnitt widmet der Backzutaten-TrendReport dem Thema Snacks. Zwar bewerten die befragten Unternehmen den Einfluss des Snacking-Trends auf ihre Strategie unterschiedlich stark, einig sind sie sich jedoch in der Erwartung, dass Snacks weiter an Relevanz gewinnen. 53 Prozent gehen bis 2027 von einem moderaten Wachstum aus, 33 Prozent erwarten sogar ein starkes Wachstum. Einen Rückgang erwartet niemand.
Als künftig besonders erfolgreiche Snacking-Profile gelten „Better for You“-Angebote mit weniger Zucker oder Fett sowie mehr Ballaststoffen oder Protein. Gleichzeitig bleibt Raum für Genuss: „Premium Mini“-Produkte mit hochwertigen Zutaten, besonderen Texturen und Aromen belegen im Ranking ebenfalls einen Spitzenplatz.
Geschmack bleibt Kaufkriterium Nummer eins
Der Report macht deutlich: Gesundheit allein reicht nicht aus. Aus Sicht der befragten Unternehmen ist Geschmack das wichtigste Kaufkriterium, gefolgt vom Preis. „Gesünder“ folgt erst auf Platz drei. Die zentrale Erkenntnis lautet daher: Genuss funktioniert auch ohne Gesundheit – Gesundheit aber nicht ohne Genuss.
Als wichtigste Stellhebel, um Gesundheit und Genuss zu verbinden, nennen die Befragten neue Prozess- und Backtechnologien, Reformulierung, Aroma- und Masking-Lösungen, Texturgeber sowie Premiumisierung. Herausforderungen bleiben vor allem Deklaration und Regulatorik sowie höhere Kosten. Gleichzeitig sehen die Unternehmen eine steigende Preisbereitschaft für Produkte mit Gesundheitsfokus.
„Die Synthese gewinnt“
Der Blick in die Zukunft fällt eindeutig aus: 60 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Branche 2026/2027 in Richtung einer Synthese aus Gesundheit und Genuss bewegt.
„Die Ergebnisse zeigen, dass die beiden großen Verbraucherbedürfnisse nicht als Gegensätze verstanden werden, sondern zunehmend gemeinsam gedacht werden“, sagt Christof Crone, Vorsitzender und Geschäftsführer des Wissensforum Backwaren e.V. „Genau in dieser Verbindung liegt großes Innovationspotenzial.“
„Es gibt schon jetzt viele Beispiele, wie Gesundheit und Genuss zusammenfinden können“, erläutert Wilko Quante, Geschäftsführer UNIFERM GmbH & Co. KG und Vorsitzender des Backzutatenverbands e.V. „Etwa High-Protein-Produkte mit echter Genussqualität oder fermentierte Produkte, die helfen, mit weniger Salz oder weniger Zucker gleichwertigen Geschmack zu erzielen. Solche Ansätze werden sich zukünftig noch weiter entwickeln. Unsere Branche wird hier ein starker Impulsgeber und Innovationstreiber sein.“
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